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Langfristig oder kurzfristig finanzieren – heute oder abwarten?

Diese Frage beschäftigt die meisten Erwerber von Immobilien, seien es
Häuslebauer oder Käufer einer Immobilie, sei es, dass sie zur Eigennutzung oder aber als Kapitalanlage angeschafft werden sollen.

Grundsätzlich kann in Anbetracht der seit mehreren Jahren bestehenden Situation am Zinsmarkt gesagt werden, dass eine kurzfristige Finanzierung (z.B. 5 Jahre) zu günstigeren Konditionen zu haben ist, als eine längerfristige Zinsbindung von z.B. 10 Jahren u. mehr.

Noch günstiger als eine Zinsbindung von z.B. 5 Jahren kann die Wahl einer variablen Verzinsung sein. Dies gilt vor allem dann, wenn die finanzielle Situation des Kreditnehmers es erlaubt, das Darlehen schnell zurückzuzahlen.


Grundsätzlich gilt, dass der Zinsaufwand geringer ist, je schneller getilgt wird. Dies kann durch einen höheren Tilgungssatz als auch durch Sonderzahlungen geschehen. Z.B. lassen sich bei den gängigen Zinssätzen und einer fünfprozentigen Tilgung in fünf Jahren rund 30 Prozent des Kredites abbauen. Die noch günstigen Zinssätze lassen eine erhöhte Tilgung zu, was genutzt werden sollte.

Nur im Einzelfall und nur für Kapitalanleger können andere Gesichtspunkte (z.B. steuerliche Aspekte) eine andere Entscheidung rechtfertigen.

Grundsätzlich verteuern lange Laufzeiten den Kredit, andererseits verschaffen sie aber dem Kreditnehmer Planungssicherheit. Vor allem Kreditnehmer in angespannter finanzieller Situation sollten daher dem Grundsatz huldigen: In Zeiten niedriger Zinsen lange Laufzeiten wählen. Lange Laufzeiten empfehlen sich, wenn die aktuellen Zinssätze 1 Prozentpunkt unter dem langjährigen Durchschnitt liegen, was derzeit noch gilt. Bei hohen Zinsen sollten lange Laufzeiten möglichst vermieden werden.

Im letzten Quartal des Jahres 2006 waren die Zinssätze zeitweise sehr niedrig. Inzwischen sind sie etwas gestiegen, sind aber im langfristigen Vergleich noch immer sehr günstig. Die welt- und europapolitische Lage deuten derzeit auf weitere Zinssteigerungen hin. Deshalb sollte die Zeit noch genutzt werden für langfristige Anlagen. Interessant sind auch jetzt noch Forward-Darlehen mit einer Restvorlaufzeit von bis zu 36 Monaten, zumal einige Anbieter aktuell auf die Forward-Aufschläge verzichten. Damit können die zukünftigen Zinszahlungen schon Jahre im Voraus zu günstigen Konditionen abgesichert werden, was Planungssicherheit bringt.

Das derzeitige, noch immer niedrige Zinsniveau sollte daher für die Anschaffung einer Immobilie oder eine Anschlussfinanzierung – auch wenn sie nicht unmittelbar ansteht - genutzt werden.

16.01.2007
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